Journalismus erklärt: Klaus Scherer in der Hermann-Tast-Schule

Klaus Scherer in der Hermann-Tast-Schule

Nachdem NDR-Journalist Klaus Scherer am 19. März 2026 im Schloss vor Husumer vortrug, was die USA umtreibt, sprach der Grimme-Preisträger am Folgetag vor Schülern der Hermann-Tast-Schule.

Der trumpeske Charakter

Was treibt Amerika? Das fragte Klaus Scherer am 19. März 2026 beim Frühjahrsvortrag der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit der Universitätsgesellschaft im Schloss vor Husum.

Der Journalist beschrieb vor allem den autokratischen Charakter der derzeitigen US-Regierung. Das System Trump basiere auf Lügen, die mit psychologischen „Spiegelungen“ verteidigt würden. Gemeint ist das Zurückwerfen von Kritik, die allerdings nicht mehr mit Gründen oder Belegen untermauert wird, sondern mit pauschalen oder persönlichen Angriffen auf die Kritiker.

Mitverantwortlich für die Kultivierung einer solch trumpesken Haltung seien auch die sozialen Medien. Deren Betreiber begreifen sich lediglich als Inhaber von Plattformen und nicht als Verantwortliche im Sinne des Presserechts. Zeitungsredakteure müssen für strafbare Inhalte in ihren Publikationen geradestehen. Betreiber von sozialen Medien müssen das nicht. Genau das sei es aber, was sich laut Scherer ändern müsse.

Qualitätsmedien erkennen

Am 20. März griff Scherer das Thema „soziale Medien“ vor dem Abiturjahrgang der Husumer Hermann-Tast-Schule wieder auf. Er verlagerte den Schwerpunkt seines Vortrags auf Erläuterungen zum journalistischen Handwerk. Grundlegend ist dabei die Trennung von Nachrichten und Meinung. Vor allem die Fähigkeit, eine Nachricht von einem Kommentar (Meinungsäußerung) unterscheiden zu können, sei für ans alle, die Medien konsumierten, von Bedeutung.

Anders als Meinungen behandeln Nachrichten ausschließlich Fakten, die sich unabhängig überprüfen und belegen lassen. In Zeiten von KI werde dies jedoch zunehmend schwieriger. Qualitätsmedien erkenne man jedoch daran, dass sie nach Transparenz strebten. Das heißt, Quellen werden benannt. Außerdem werden Fehler, die jedem passieren können, eingeräumt und sichtbar korrigiert.

[Fotos und Texte: Jan-Christian Petersen im Auftrag der DAG Husum]