Herzliche Einladung zum Herbstvortrag

Wir freuen uns in Zusammenhang mit den US-Midterms (Zwischenwahlen) den ausgewiesenen Amerika-Spezialisten Dr. Udo Metzinger zum Vortrag einladen zu können. Zeitnah zu den Midterms (8.11.22) erhalten wir Gelegenheit, das Wahlergebnis zu analysieren, Fragen zu diskutieren und nach Antworten zu suchen zum demokratischen Parlamentarismus ‚drüben‘.

Am 14.11.22 spricht Dr. Udo Metzinger um 19:00 Uhr in der Husumer Hermann-Tast-Schule (Aula).

Thema: ‚Amerikas Gotteskrieger‘ im explosiven Frieden(sverhalten)‘

Des Näheren schreibt Udo Metzinger: „Business as usual? – Zwei Jahre Präsident Biden und die amerikanischen Kongresswahlen. Am 8. November 2022 wählt Amerika – nicht den Präsidenten, wohl aber den Kongress. Ohne die Zustimmung des Kongresses ist es für den amerikanischen Präsidenten sehr schwierig, überhaupt etwas umzusetzen. Zwei Jahre nach der von der Welt und gut der Hälfte der amerikanischen Bevölkerung mit Erleichterung aufgenommenen Wahl Joe Bidens zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten ist es auch eine Abstimmung über seine bisherige Politik. Wie werden die Amerikaner entscheiden? Wie wird der Präsident sich positionieren? Werden die Republikaner profitieren oder können die Demokraten ihre knappe Mehrheit in beiden Kammern verteidigen? Welche Rolle spielt dabei der One-Termer, der immer noch mit seinen Lügen hausieren geht? Der Vortrag nimmt die Wahlen zum Anlass, eine Bestandsaufnahme zu wagen: Wie geht es Amerika unter Joe Biden? Wie geht es uns? Und wie geht es weiter?“ – [Mehr über die US-Zwischenwahlen lesen Sie unten in der DAGH eigenen Recherche.]

Am selben Montag, und zwar am Vormittag findet in der Aula der benachbarten Theodor-Storm-Schule ein Workshop statt mit den Schülerinnen und Schülern der HTS und der TSS.


Weitere Veranstaltungshinweise

Am 27.10.22 findet eine Zoom-Live-Schaltung zwischen Kiel/Husum und Washington, D.C. in Kooperation mit der Amerika-Gesellschaft Kiel statt. Zugeschaltet ist der uns bekannte Kongress-Insider Prof. Dr. Paul Rundquist, der dreißig Jahre lange als Sachanwalt involviert war in die Geschicke der beiden großen Parteien, den Demokraten und den Republikanern. Besser geht’s nicht! (Paul wird uns – in elaboriert amerikanischem English – die Tage vor der Wahl hautnah miterleben lassen. Bei Interesse melden Sie sich per E-mail unter info@amerika-gesellschaft.de oder per Telefon (0431 5869993) für den Zoom-Link an. Eine Sammelveranstaltung findet in einem Uni-Hauptgebäude der CAU statt.

Am 14.12.22 kommt die Berliner Professorin Annika Brockschmidt nach Kiel mit dem Thema, wie die Religiöse Rechte die Demokratie gefährdet. (S. ihre Veröffentlichung als Spiegelbestseller). Nähere Information via Programmheft Kennedy-Zentrum.


Über die Zwischenwahlen in den USA am 8.11.2022

(Immer) am ersten Dienstag nach dem ersten Montag im November finden in den Vereinigten Staaten von Amerika sog. Zwischenwahlen statt. Diese Midterms in der Halbzeit der Präsidentschaft (in der vierjährigen Amtszeit von Biden) sind ein nicht unwesentliches Stimmungsbild der politischen Lage für die Regierung.

Gewählt werden Vertreter des (gesamten) Kongresses, also des Zweikammer-Parlaments sonach sowohl Vertreter des Repräsentantenhauses als auch des Senates. Das Repräsentantenhaus, also das Parlament/erste Kammer, wird in Gänze neu gewählt; das betrifft alle 435 Sitze. (Das heißt US-amerikanische Abgeordnete sind lediglich zwei Jahre im Amt!) Wiederwahl ist freilich möglich. – In der zweiten Kammer, dem Senat mit seinen 100 Sitzen, werden etwa ein Drittel der Sitze neu vergeben, diesmal sind es 35 Sitze. Von diesen aufgelassenen Sitzen werden 14 von den Demokraten und 21 von den Republikanern gehalten. Wenn man so will, sind die Senator sechs Jahre im Amt. – (Mit besonderer Spannung wird zum Beispiel der Ausgang der Wahlen in den von republikanischen Senatoren besetzten Bundesstaaten Pennsylvania und Wisconsin beobachtet. Dort gewann Biden 2020 die Präsidentenwahlen, also ein Stimmungsvergleich besonderer Art.)

Weil die Zwischenwahlen genau in die Mitte einer Legislaturperiode fallen, stellen sie dem Amtsinhaber uns seiner Partei eine Art politisch-ökonomische Zeugnis für die bisherige Arbeit aus (Amerikaner sind arge Materialisten!) und entscheiden über die gesetzgeberische Mehrheit für die zweite Hälfte der Amtszeit des Präsidenten. Nach den bisher gemachten Erfahrungen durch die zurückliegenden Midterms kann die Partei des Präsidenten die Mehrheit im Parlament – meist eben auch Senat – nicht verteidigen. Das war bei D. Trump ebenso wie schon zuvor bei B. Obama so. In solch einem Fall bleibt dem Präsidenten oft nur das Regieren mit ‚Executive Orders‘, die nun nicht die gleiche Gewichtung haben wie die Parlamentsgesetzgebung.